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Fakten und Spielweise

Das Klavier ist das beliebteste Musikinstrument Deutschlands. Laut dem Verband deutscher Musikschulen aus dem Jahr 2013 erlernen das Instrument fast 140 000 Schüler pro Jahr. Das Klavier (lat. clavis - Schlüssel) in der modernen Form auch als Flügel oder Pianino bezeichnet, ist ein Tasteninstrument bestehend aus 52 weißen und 32 schwarzen Tasten. Es kann sowohl als Soloinstrument, als auch in einem Symphonieorchester gespielt werden. Der Klang und die Lautstärke eines Tones ist abhängig von der Geschwindigkeit eines mit Filz behafteten Hammers, der beim Drücken der Tasten die Saiten im Inneren des Instrumentes anschlägt. Die angeschlagenen Saiten beginnen daraufhin zu schwingen und erzeugen so den Klang. Dieser kann durch zwei bis drei Pedale in Bezug auf die Lautstärke und die Klangdauer zusätzlich beeinflusst werden.

Piano, Flügel, Klavier

Geschichte

Zu den Vorläufern des heutigen Klaviers zählen verschiedene Tasteninstrumente wie das Clavichord oder das Cembalo, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen. Der italienische Musikinstrumentenbauer Bartolomeo Christofori konstruierte im Jahr 1698 in Padua ein Cembalo, dass durch eine neue Anschlagmechanik eine dynamische Spielweise mit lauten und leisen Tönen ( piano und forte) ermöglichte. Damit gilt er als Entwickler des heutigen Klaviers. Gottfried Silbermann, einer der bedeutendsten Orgelbauer der Barockzeit, brachte eines von Christoforis Instrumenten nach Deutschland und entwickelte es weiter. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren zwei Mechanismen vorherrschend. Zum einen, die sogenannte Wiener Mechanik, die in der Herstellung kostengünstiger aber auch unpräziser war. Zum Anderen die Englische Mechanik, die sich aufgrund ihrer Repetitionsmechanik (beim wiederholten Anschlagen einer Taste genügt eine kleine Rückbewegung), Kraft, Lautstärke sowie großem Tonumfang zur damaligen Zeit immer mehr durchsetzte. Doch diese Neuerungen verlangten mehr Zugkraft und dickere Saiten, wodurch eine stabilere Bauweise von Nöten war. Dies führte zu einem Einbau von Gussrahmen. Eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung spielten Heinrich Steinweg und sein Sohn Henry Steinway, die Mitte des 19. Jahrhunderts die vollständige Verbindung von Gussrahmen und Kreuzbesaitung bei Flügeln und den Einbau von Gussrahmen bei Pianinos patentieren ließen. Im Jahr 1878 ließ Steinway zudem die Formbiegung des Flügelgehäuses aus laminierten Ahornschichten patentieren, die noch heute die Form und Grundkonstruktion des modernen Klaviers ausmachen und sich seither kaum verändert hat.

Wusstest du schon?

... dass heute noch drei der 20 von Christofori gebauten Instrumente erhalten sind? Das Älteste kann im Metropolitan Museum of Art in New York besichtigt werden; ein weiteres aus dem Jahre 1722 ist im Nationalmuseum für Musikinstrumente in Rom beheimatet und ein drittes aus dem Jahre 1726 befindet sich im Grassi Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig.

... dass ein Klavier aus bis zu 20.000 Einzelteilen besteht?

... dass Klavierspielen die Gehirnleistung steigert? Wissenschaftler der Universität Zürich haben nachgewiesen, dass Musizieren, insbesondere das Klavierspielen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhöht und bei älteren Menschen sogar gegen einen geistigen Abbau schützt.

Der US-Amerikaner Keith Jarrett gilt als einer der besten Pianisten und beherrscht sowohl klassische als auch Jazz-Stücke perfekt.

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